EL SEPTIMO SENTIDO – I am a dancer. Von der Kunst zu leben

» Die Portraits sind exemplarisch für den Kunstsektor «
Maxi Bran, Missy Magazine

Zum Film

AVATÂRA, ALEJANDRA und EUGENIA – drei Frauen Anfang dreißig, drei Spanierinnen, drei leidenschaftliche Tänzerinnen, die ganz unterschiedliche Lebensentwürfe verfolgen.

 2009 traf Kostümbildnerin und Regisseurin Silke Abendschein im Festspielhaus Hellerau in Dresden auf die spanische Choreographin Avatâra Ayuso, ihre Bühnenbildnerin Eugenia Morales und ihre Tänzerin Alejandra Banjo. Vor dem Hintergrund der spanischen Wirtschaftskrise entstand im Lauf der folgenden Jahre die Idee, ein Portrait über das Schaffen dieser drei europäischen Künstlerinnen zu machen.

 EL SÉPTIMO SENTIDO – I am a dancer. Von der Kunst zu leben  ist ein Film ĂĽber Migration im Kunstsektor,  Leidenschaft fĂĽr das tänzerische Schaffen, Durchhaltevermögen, Freundschaft und den absoluten Willen, gesehen zu werden. „Ignoriert zu werden ist schlimmer, als wenn Dich jemand hasst. “ beschreibt Avatâra Ayuso das GefĂĽhl so vieler Emigranten, die versuchen in einem fremden Land FuĂź zu fassen.

Auch sie selbst baut außerhalb von Spanien zwischen London und Dresden ihre eigene Kompanie auf, ist Artist in Residence in Hellerau, macht Projekte an der Palucca Hochschule und war 2015 als Emerging Artist bei den National Dance Awards in London nominiert. Eugenia Morales gab ihre ursprüngliche Arbeit als Architektin während der Krise auf und gründete ihre eigene Ballettschule Sa Nau Dansa in einem Arbeiterviertel in Barcelona. Alejandra Banjo lebt in London als Tänzerin ohne festes Engagement, performt auf verschiedenen Festivals in England, Frankreich und Spanien, modelt und arbeitet mit Künstlern und Musikern.

EL SÉPTIMO SENTIDO – I am a dancer. Von der Kunst zu leben  ist auch ein Film ĂĽber weibliche Biografien, ĂĽber KĂĽnstlerinnen, die sich auch als Frauen behaupten mĂĽssen und deren Leben durch die Berufswahl vieles ausschlieĂźt. Diese drei grundverschiedenen Frauen zeichnen ein komplexes, vielschichtiges und facettenreiches Bild, das exemplarisch fĂĽr so viele KĂĽnstlerInnen unserer Zeit steht, in der kulturelle Förderung vielerorts zum Luxusgut deklariert wird.

 

 


DIRECTOR’S NOTE

„Bevor ich Filmemacherin war, habe ich als KostĂĽmbildnerin fĂĽr Tanz, Theater und Oper gearbeitet. Dadurch habe ich mich während der letzten 10 Jahre mit dem – vor allem weiblichen – Körper in Bewegung aus vielen verschiedenen Perspektiven auseinandergesetzt.

Ich liebe Tanz und die Interaktion, die stattfindet, wenn wir die Bewegungen der TänzerInnen mit der Kamera einfangen. Es sind diese besonderen,  atemberaubenden Augenblicke voll purer Schönheit, Empathie und Stärke, geschaffen von diesen drei wunderbaren Frauen, die unsere Zusammenarbeit während der vergangenen 5 Jahre begründeten.

Avatâra, Eugenia und Alejandra haben mich auf eine Reise durch London, Dresden und Barcelona auf ihrem Weg als Choreografin, Ballettlehrerin und Tänzerin mitgenommen. Ihre Stärke, ihre absolute Leidenschaft für den Tanz sowie ihre Ausdauer und der Zusammenhalt haben mich sehr beeindruckt. Und jetzt laden wir Sie ein, uns auf dieser Reise zu begleiten und in das Leben dieser drei Frauen für einen Moment zu treten.

 Kunst hilft uns in schweren Zeiten zu (Über-)leben, schafft Raum für Träume, ist Zufluchtsort und Rebellion, eine Plattform für gesellschaftliche Diskurse. Kunst legt Missstände offen, Kunst ist nicht rational erklärbar. Kunst ist das Sprachrohr ihrer jeweiligen Zeit, auch historisches Dokument.

Und diese Dokumente sollten gesehen werden. Deshalb braucht es Menschen, die den KünstlerInnen vertrauen und sie auf dem Weg zum Publikum begleiten, denn ein/e KünstlerIn, die nicht gesehen werden kann, existiert quasi nicht. Oder um es mit den Worten von Avatâra Ayuso zu sagen: Being ignored is worse than somebody hating you.

Ich zähle mich selbst zum Kreis der KünstlerInnen und deshalb ist EL SÉPTIMO SENTIDO ein Film aus und über Leidenschaft und erzählt von der Notwendigkeit am unbeirrten Festhalten an der eigenen künstlerischen Sprache. Denn das Dasein als KünstlerIn lässt keine Wahl. Es ist eine Berufung, die gelebt werden muss und die ihre größte Kraft in den extremsten Situationen entfaltet.

Weil es ein Film ist, der mich und alle meine Kollegen und Kolleginnen unmittelbar angeht – und es ist mir ein Anliegen, auf unser KĂĽnsterlerInnen-Dasein aufmerksam zu machen, in meiner ganz eigenen, subtilen und ruhigen Filmsprache – die nicht nur fĂĽr KĂĽnstlerInnen bestimmt ist, sondern sich an alle richtet, die sich fĂĽr Tanz interessieren.

Wir leben in einer Zeit, in der nichts mehr selbstverständlich ist. Alte Strukturen brechen weg und/oder auf, wir mĂĽssen flexibler sein denn je und sollen trotzdem eine eiserne Beständigkeit in unserem Schaffen vermitteln – auf Grundlage völlig unsicherer Förderstrukturen. Das ist ein Paradoxon und spiegelt – schon wieder – das Leben von so vielen KĂĽnstlerInnen.

Heute kann ich sagen, dass dieser Film komplett mir und meinen Protagonistinnen entspricht. Ich habe sie in alle Entscheidungen einbezogen, denn mir war es wichtig, dass sie sich im fertigen Film wiederfinden. Jedes Risiko habe ich bewusst gewählt  – vor allem im Hinblick auf die Dramaturgie, wie beispielsweise in der Traumsequenz am Ende des Films:

Avatâra verliert den National Dance Award in der Kategorie „Emerging Artist“ an einen männlichen Kollegen. Eine Niederlage, die ihr sehr zu schaffen macht. Doch anstatt sie davon erzählen zu lassen, habe ich sie zu ihrer Familie nach Majorca begleitet. Dort haben wir ĂĽber all die ZerreiĂźproben gesprochen und wie sehr sie diesen RĂĽckzug in die Familie braucht.

Da kam mir die Idee zu dieser Sequenz, in der alle Zweifel und Ängste ausgesprochen werden und in Dialog mit den verschiedenen Vertretern der Tanzszene in Dresden und Großbritannien treten. Der Zuschauer hört die unterschiedlichsten Statements, innerhalb derer Avatâra ihr Schaffen einordnen muss.

So konnte ich ihren Kampf und ihre Zerrissenheit zeigen, ohne sie jedoch direkt im Moment der Niederlage filmen zu mĂĽssen – was ihr sehr unangenehm gewesen wäre. Stattdessen sieht sie der Zuschauer als starke Femme-Fatale in ihrem Solo „Salome“ und entspannt zuhause bei ihrer Familie auf Majorca.“

 


Pressestimmen

„Obwohl dies ein Film ĂĽber Tanz ist, so berĂĽhrt EL SÉPTIMO SENTIDO viele der groĂźen Probleme, mit der sich die Kunstwelt heutzutage konfrontiert sieht.

Was bedeutet es, etwas zu kreieren? Ist es möglich, seine Träume zu leben? Wie viele KünstlerInnen bleiben dabei auf der Strecke?

 EL SÉPTIMO SENTIDO besucht die Plätze, an denen Schönheit geboren wird: die Arbeits- und Lebensräume in denen diese drei Kämpferinnen ihre Seele offenbaren.“

Ignacio Vleming – Journalist, Poet, Dramaturg und Kulturmanager

„Das ist ein kunstvoll gefilmter, impressionistischer Dokumentarfilm, der sich auf drei auĂźergewöhnliche spanische Tänzerinnen konzentriert. Die Portraits dieser drei Frauen illustrieren die beständige Anstrengung, die zum alltäglichen Leben so vieler freischaffender KĂĽnstlerInnen gehört. Dass sie jeden Tag kämpfen ist Zeugnis der groĂźen Liebe zu ihrer gewählten Kunstform.
Bereichernd.“

Teresa Guerreiro, Co-Redakteurin balletposition.com, London

„London symbolisiert fĂĽr mich mein Verständnis von Choreografie: Ăśberall unerwartete Farben und Menschen, irgendwo mittendrin ein kleiner wunderschöner Garten … alles dreht sich um das Unerwartete!“

AVATÂRA AYUSO, Tänzerin & Choeografin, Gründerin AVA Dance Company

„Das ist der Job einer Tänzerin: Manchmal nutzen sie Deinen Körper und Deine Kreativität, manchmal funktionieren die Dinge nicht so, wie Du es Dir vorstellst – es ist wie das Leben selbst: Es geht immer darum, einen Weg zu finden, auszuprobieren und zu vertrauen – selbst wenn Du manchmal nicht vertrauen kannst, versuchst Du es trotzdem.“

ALEJANDRA BAÑO, Freie Tänzerin, Yoga-Lehrerin

„Ballettunterricht zu geben bedeutet fĂĽr mich mehr, als nur Tanz zu lehren. Mir geht es darum, ihnen einen Sinn fĂĽr Harmonie, einen Sinn fĂĽr die harte Arbeit und einen Sinn fĂĽr die Kunst zu vermitteln.“
EUGENIA MORALES, Ballettschule in Barcelona

Crew

Regie Silke Abendschein
Kamera Benjamin Schindler
Ton Benjamin Shcindler & Silke Abendschein
Schnitt Héléna Thuillier
Sound Design & Musikkonzeption Jan F. Kurth
Produktion hechtfilm
Produzent Michael Sommermeyer
Mit den Stimmen von Avatâra Ayuso, Alejandra Bañjo, Eugenia Morales, u.v.a.m.

Technische Daten

Länge 76 Minuten
Produktionsland Deutschland
Produktionsjahr 2018
Format DCP, Farbe, 1:1.8
Ton Dolby Digital
Sprachfassungen OmU
Originalsprachen Spanisch, Englisch, Deutsch

Pressematerial

Website mit Bildern www.septimo-sentido-der-film.de/
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