» Wer zwei Tage hintereinander mit dem Dirigenten Teodor Currentzis und seinem Utopia Orchester verbringt, (…),
lernt das Leben neu zu lieben.«
Christine Lemke-Matwey, DIE ZEIT

Zum Film
Orchesterproben mit Teodor Currentzis.
Das Funkhaus in Berlin.
Ein junges Liebespaar.
Der künstlerische Prozess von außen betrachtet – und von innen.
Mahlers grenzensprengende Dritte Symphonie.
Was hat die Komposition vor 130 Jahren ausgelöst, was löst sie heute in uns aus?
Der griechische Dirigent Teodor Currentzis probt Mahlers Dritte Symphonie in der höchst atmosphärischen Kulisse des Berliner Funkhauses. Gedreht in Cinemascope und mit ungewöhnlich schön ausgeleuchteten Bildern begibt sich der Zuschauer auf einen Trip in die Abgründe der Musik Gustav Mahlers.
In einer zweiten Ebene sehen wir Teodor Currentzis mit geschlossenen Augen auf einer Couch in einem dunklen Studio des Funkhauses. Im Kopfhörer hört er den letzten Satz der Symphonie in seiner soeben vollendeten Aufnahme. In einem Bewusstseinsstrom erzählt er, was ihm durch den Kopf geht, als ob er das Stück in diesem Moment dirigierte. Dieser Monolog wird mit dem eigentlichen Konzert zusammengeschnitten und gibt dem Zuschauer einen sehr persönlichen Einblick in die innere Welt des Dirigenten im Moment des Konzerts.
Exkurse führen in die Entstehungsgeschichte der Symphonie und in das eigene kompositorische Werk Teodor Currentzis‘.
Director`s Note
Jan Schmidt-Garre im Gespräch mit Rebecca Walter, März 2026
Dokumentarfilm, Spielfilm, Porträt – was ist » Junkies of Dreaming « für Sie?
Er ist das Produkt meiner Geschichte mit Teodor Currentzis. Ich kenne ihn seit über zehn Jahren und habe ihn schon in Perm besucht, später auch mehrmals in St. Petersburg. Wir wollten immer einen Film zusammen machen, aber aus verschiedenen Gründen hat es lange nicht geklappt. Dann erzählte er mir, dass er mit seinem neuen Utopia Orchester die Dritte Mahler einstudieren und aufnehmen würde, ein Werk, das ihm sehr viel bedeutet. (Es war der Soundtrack zu seiner ersten Liebesbeziehung als Teenager.) Das war eine gewagte Wahl für ein neues Orchester, denn die Dritte ist ein riesiges, sehr schweres Stück. So wie ich Teodor kannte, war klar, dass er lang und intensiv proben würde, und ich wollte dabei sein. Was das für einen Film ergeben würde, wusste ich da noch nicht.
Dann kam ein zweites Element dazu: der Ort. Das Utopia Orchester hat eine informelle Residency im alten Funkhaus der DDR in Berlin-Oberschöneweide. Das ist ein Studio-Komplex von 1950 mit unzähligen geheimnisvollen Gängen, Sprecherkabinen, Synchronstudios und Konzertsälen, mit alten Schaltpulten und Möbeln, teilweise verfallen, teilweise schön renoviert. Der Architekt war Franz Ehrlich, und die Architektur ist ein spätes Meisterwerk der Berliner Backsteinmoderne. Ich liebe das Funkhaus schon lange und beschloss, jede Einstellung des Films an diesem magischen Ort zu drehen.
Dafür mussten Sie Gustav Mahler nach Oberschöneweide bringen?
Es gibt zur Entstehung der Dritten Symphonie mehr Material als zu irgendeinem anderen Werk Mahlers. Er hatte damals – 1895-96 – eine Liebesbeziehung mit der Sängerin Anna von Mildenburg und hat ihr in seinen Briefen ausführlich vom Kompositionsprozess erzählt. Eine andere enge Freundin, die Bratscherin Natalie Bauer-Lechner, hat ihn in den Sommerferien, wenn er sich in sein Komponierhäuschen am Attersee zurückzog, besucht und die gemeinsamen Gespräche später veröffentlicht – auch eine fantastische Quelle. Das muss in den Film, dachte ich! Also habe ich begonnen, aus diesem Material und weiteren Briefen Texte zu kompilieren, die ein Schauspieler sprechen sollte, als Stimme Mahlers. Das fand ich dann aber zu konventionell: die auktoriale Stimme der Wahrheit aus dem Off… Als ich dann angefangen habe, die Orchesterproben zu sichten und zu schneiden, wurde mir klar, dass ich eine Form finden muss, die dem prozessualen Charakter der Proben entspricht. Das Werk selber ist ja auch so entstanden, mit vielen Kursänderungen unterwegs. Und deswegen habe ich die Sätze Mahlers dramatisiert und eine kleine Liebesgeschichte daraus entwickelt – was leicht ging, weil die Briefe und Gespräche selber schon dialogischen Charakter haben. Mahler antizipiert oft, was Anna einwenden könnte, oder reagiert auf ihre Gedanken.
Pressestimmen
Hamburger Abendblatt, 05/26 zu Mahlers 1.Â
Patrick Klein, klassik-begeistert.de
Crew
| Regie & Drehbuch | Jan Schmidt-Garre |
| Kamera | Ralph Netzer |
| 2. Kamera | Thomas Keller |
| Sound Recording | Clémence Fabre, Maximilien Ciup |
| Sound Mischung | Clémence Fabre, Eberhard Weckerle |
| Colour Grading | Jakob Wehrmann |
| Schnitt | Sarah. J. Levine |
| Produzenten | Jan Schmidt-Garre & Marieke Schroeder |
| Produktion | PARS Media |
| Originalmusik |
Proben und Aufführung von Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 3 So schlafe |
| Mit Teodor Currentzis, Wiebke Lehmkuhl, Eleni-Lydia Stamellou und dem Utopia Orchester. Mit den Stimmen von Lilith Häßle & Jan Schmidt-Garre. Als Liebespaar Hannah Piecha & Georg Schmidt-Garre. | |
Technische Daten
| Länge | 90 Minuten |
| Produktionsland | D |
| Produktionsjahr | 2026 |
| Format | DCP, Farbe, 1:1.8 |
| Ton | Dolby Digital |
| Sprachfassungen | OmU |
| Originalsprachen | englisch |
| FSK | Ohne Altersbeschränkung beantragt |
Pressematerial
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