» „Die Bilder, die uns unterhalten, sind dieselben, die uns gefangen halten.
Solange wir diese Bilder nicht durchschauen, schauen wir bloß – aber sehen nicht.“«
Wolfgang M. Schmitt

Zum Film
Was haben Cinderella, Der König der Löwen und ein FBI-Informant gemeinsam? Sie erzählen alle dieselbe Geschichte: dass die Welt schon richtig sortiert ist. In fünf Akten nimmt Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt den größten Märchenkonzern der Welt auseinander und zeigt, wie Disney soziale Hierarchien zum Naturgesetz erklärt, den Aufstieg zum Märchen verklärt und jede Revolte zur Bedrohung macht. Ein Essayfilm, der die vertrautesten Bilder unserer Kindheit nie wieder gleich aussehen lässt.
Wir kennen diese Filme auswendig, viele von uns liebten sie, lange bevor wir lesen konnten. Genau darin liegt ihre Macht. Ganz beiläufig erzählen sie uns, wie die Welt zu sein hat: wer aufsteigt und wer unten bleibt, warum die einen herrschen und die anderen dienen, und warum das alles so natürlich aussieht.
Wolfgang M. Schmitt, bekanntester Ideologiekritiker des deutschsprachigen Kinos, nimmt die vertrautesten Geschichten unserer Kindheit ernst und fragt, was sie über die Gesellschaft verraten, die sie hervorbringt. Wer war Walt Disney wirklich, jenseits des Mythos vom Mann, der alles aus eigener Kraft schuf, und was hatten Staat, Krieg und Politik mit seinem Aufstieg zu tun? Und warum erzählt ausgerechnet ein Märchenkonzern so viel über den Kapitalismus, in dem wir heute leben?
Disney-Ideologie erzählt von Disney und meint die Gegenwart: den Glauben an den Aufstieg, die Angst vor dem Abstieg, die Kulturkämpfe, in denen wir uns aufreiben, und einen Zeitgeist, der noch jeden Widerspruch in Konsum verwandelt. Ein Essayfilm im besten Sinne, klug, böse und überraschend komisch. Danach sieht man Disney nicht mehr wie vorher.
Disney verkauft nicht nur Filme und Spielwaren. Es verkauft das Märchen vom guten Kapitalismus: eine Geschichte vom Wandel, der nichts verändert, und die unseren Widerstand in Konsum übersetzt. Disney-Ideologie macht diese Bilder sichtbar. “Damit wir nicht länger bloß schauen, sondern sehen.”
Über Wolfgang M. Schmitt
Wolfgang M. Schmitt ist Ideologiekritiker, Filmkritiker und Autor und eine der eigenständigsten Stimmen der deutschsprachigen Kulturkritik. Seit 2011 betreibt er den Kanal „Die Filmanalyse“ („Kino anders gedacht!“), auf dem er Woche für Woche Blockbuster und Klassiker auseinandernimmt und zeigt, was scheinbar harmlose Unterhaltung über die Gesellschaft verrät, in der sie entsteht. Über 100.000 Menschen folgen ihm dort. Die Süddeutsche Zeitung nannte ihn die „Reinkarnation“ eines „früheren Großkritiker-Typus“, das nd „Marxismus im Maßanzug“.
Mit den Podcasts „Wohlstand für Alle“ (mit Ole Nymoen) und „Die Neuen Zwanziger“ (mit Stefan Schulz) erreicht er ein Publikum weit über die Filmwelt hinaus. Bei Suhrkamp erschien sein Bestseller „Influencer. Die Ideologie der Werbekörper“, 2023 folgte der über 700-seitige Band „Die Filmanalyse. Kino anders gedacht“ mit einem Vorwort von Dominik Graf. In Disney-Ideologie führt Schmitt als Essayist durch fünf Akte und macht sichtbar, was Generationen für reinen Zauber hielten.
Regie-Statement
Mein Gegenstand ist nicht Disney, sondern die Frage, mit welchen Illusionen wir das Unerträgliche erträglich machen.
Lange habe ich das an der Religion untersucht; in “Sterben ohne Gott” (mein Debütfilm) ging es um den Tod und darum, was vom Trost bleibt, wenn der Glaube weggefallen ist. Mit Ernest Becker ließe sich sagen, dass ganze Kulturen als Abwehr gegen das Wissen um die eigene Endlichkeit entstehen. Diese Auseinandersetzung mit Religion und Existenz bleibt mein Schwerpunkt.
Disney-Ideologie war von hier aus ein konsequenter Seitenweg. Dieselbe Illusion, die uns über den Tod hinweghilft, versöhnt uns auch mit der gesellschaftlichen Ordnung: Disney lässt Hierarchie als natürlich erscheinen, den Aufstieg als verdient und den Kapitalismus als alternativlos. Das ist die säkulare Theodizee unserer Zeit: Sie verzaubert die Verhältnisse und rechtfertigt sie damit. Genau das wollte ich sichtbar machen, mit Disneys eigenen Mitteln, und redlich genug bleiben, um zu wissen, dass auch dieser Film ein Produkt jener Industrie ist, die er kritisiert. Diese Form der Kritik steht in der Tradition von Kracauer und Adorno, und kaum jemand führt sie heute so klug und kompromisslos fort wie Wolfgang M. Schmitt.
Dass er Disney-Ideologie als Essayist trägt, hat mir dieses Feld erst richtig erschlossen.
Crew
| Regisseur | Moritz Terwesten |
| Kamera & Schnitt | Christopher Uhring |
| Kameraassistenz | Luca Baumeister, Lars Kunzer, Philipp Ottershagen |
| Branding | Cihan Tamti |
| Motion Design | Arda Kilic |
| 3D-Animation | Jakob Günther |
| Kostüm | Khonaf Hasan |
| Choreografie | Jörn Kitzhöfer, Annelena Witthus |
| Originalsongs | Olla |
| Sound Design | Christopher Uhrig |
| Set-Fotografie | Lennart Neuhaus |
| Marketing & Strategie | Robert Zinke, Alexander Gottlieb |
| Ausführender Produzent | David Zinmann |
| Produzent | Moritz Terwesten |
| Recht | Hediye Kökten |
| Mit Wolfgang M. Schmitt, uva. | |
| Im Verleih von Terwesten-Uhrig-Filmverleih UG (haftungsbeschränkt). | |
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Technische Daten
| Länge | 63 Minuten |
| Produktionsland | D |
| Produktionsjahr | 2026 |
| Format | DCP, Farbe, 1:1.85 |
| Ton | Dolby Digital 5.1 |
| FSK | Beantragt Ohne Altersbeschränkung |
Presse- & Kinomaterial
| Material bei filmpresskit (DCP-Trailer, etc) |
| Plakate Web |
| Web-Teaser |
Kontakte
Presse
Felix Neunzerling PR
+49 (0)171 402 62 05
Email: felix@neunzerling-pr.de
Verleih
Terwesten-Uhrig-Filmverleih UG


